Flockenschön, der Winterwichtel

Es war einmal ein kleiner Bergwichtel namens Flockenschön, der liebte den Winter über alles. Nichts bereitete ihm größeres Vergnügen, als auf seinem Hosenboden über die tief verschneiten Berghänge hinab zu rutschen oder auf Eiszapfen lustige Lieder zu klimpern. Dann spielte er mit ein paar frechen Schneehasen Fangen oder Verstecken und warf mit Schneebällen nach Baumwipfeln. Gelegentlich packte ihn dabei der Übermut und er wagte sich sogar in die große Höhle, in der Gevatter Petz seinen Winterschlaf hielt, um ihn ein wenig zu necken, bis sich der riesige, zottige Bär mit einem unwilligen Brummen auf die andere Seite drehte. Dann musste er vor Freude immer laut lachen.

Eines Tages aber fühlte er sich ganz besonders unternehmungslustig und wagte sich vorsichtig ein wenig tiefer in das Tal, bis er zu einem großen Bauernhof kam, im dem bereits seit  vielen Jahren Menschen wohnten. Davor spielte ein kleines Mädchen fröhlich im Schnee und baute eine gar hübsche Figur. Rasch versteckte sich der Wichtel hinter dem Stamm einer mächtigen Tanne und beobachtete es neugierig mit großen Augen.
„Ooohhh … das möchte ich auch können“, dachte er bei sich und beschloss, sich dem Kind einmal vorzustellen. Langsam trat er aus seinem Versteck hervor, winkte schüchtern und sagte unbeholfen: „Ich grüße dich. Ich bin Flockenschön und komme aus den Bergen. Wie heißt denn du?“

Zuerst erschrak das Mädchen ein wenig vor dem seltsamen Besucher mit seinen weißen, wuscheligen Haaren, der rot leuchtenden Knollnase und den schwarzen Knopfaugen, der trotz der eisigen Kälte nur ein dünnes Wams und eine geflickte Hose trug. Aber dann merkte es rasch, dass ihm das Wichtelmännchen nichts Böses wollte und erwiderte: „Ich heiße Celia. Jetzt wohne ich schon …“
Es stutzte kurz, dann zuckte es mit den Schultern und fuhr dann fort: „Na, halt schon ganz lange mit meinen Eltern hier, aber so einen wie dich habe ich noch nie gesehen. Was bist denn du für einer und wo kommst du her?“
Breitwillig erzählte der Wichtel dem Mädchen alles, was es wissen wollte, verlangte aber als Gegenleistung, dass sie ihm beibrachte, wie man so eine schöne Figur aus Schnee bauen konnte. So vergingen die Stunden wie im Fluge. Als es zu dämmern begann, öffnete sich plötzlich ein Fenster und Celias Mutter rief sie zum Abendessen herein, ohne den Besucher zu erwähnen.
„Ja, Mutter! Ich komme gleich!“ antwortete Celia. Dann wandte sie sich verwundert an ihren neuen Freund: „Seltsam … sonst ist meine Mutter gar nicht so. Sie ist eigentlich immer freundlich zu Fremden.“ „Na ja, weißt Du … hm, es ist halt so, dass Erwachsene uns Wichtel gar nicht sehen können“, sagte Flockenschön gedehnt. „Ach so, das ist aber schade für sie. Du, ich muss jetzt hinein, sonst schimpft Mutter mit mir. Kommst Du morgen wieder zum Spielen?“ fragte sie den Wichtel, der sogleich eifrig nickte: „Ja, gerne … wir sehen uns morgen um die Mittagszeit“. Mit diesen Worten huschte er flink davon.

Bevor er aber zwischen den Bäumen verschwand, drehte er sich noch einmal um, um Celia zum Abschied zu winken, die immer noch an der Türschwelle stand und ihm nachsah.
Den ganzen Weg zu seiner Behausung in einer Höhle hoch oben auf dem Berg pfiff und jodelte er vergnügt vor sich, sodass ihn mehrere alte Eulen strafend ansahen, die sich in ihrer abendlichen Ruhe gestört fühlten. Obwohl es bereits stockdunkel war, als er endlich ankam, war Flockenschön so glücklich wie noch nie. „Endlich jemand, mit dem ich den Winter so richtig genießen kann“, murmelte er zufrieden vor sich hin, während er mit ein paar raschen Handgriffen und ein wenig Zauberei ein kleines Feuer in Gang brachte und sich eine Schale heißer Suppe zubereitete.
Wenig später kuschelte er sich gestärkt in seine Schlafnische, die er mit dicken Schaffellen ausgelegt hatte. Bald befand er sich im Land der Träume, in welchem er gemeinsam mit Celia gemeinsam den schönsten und größten Schneemann baute, den die Welt je gesehen hatte.

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  • Flockenschön wird nun bei jedem Besuch am Bauernhof erwähnt und ist Teil der Familie geworden!

    Das Märchen hat nicht nur meine kleine Tochter verzaubert, sondern auch die ganze Familie, von jung bis alt. Und Celia verbindet nun die Schneemännchen am Bauernhof mit Flockenschön. Es ist schon besonders nett - wir denken uns im Spiel ein paar Wörter aus und schwupps: schon ist das Märchen da, und das extra für uns geschrieben. Das gibt den persönlichen Charakter des Märchen On Demand.